Energiekosten einsparen: Ist es zu spät für Green IT?

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Jede Branche – auch die IT-Branche – ist gefordert, nach Wegen zu suchen, wie sie ihren CO2-Fußabdruck verringern kann, um die Gefahr des Klimawandels durch nachhaltigere Maßnahmen zu mindern. Das Konzept von Green IT gibt es schon seit geraumer Zeit. Es geht darum, die Informationstechnologie auf umweltschonende Weise zu nutzen, wobei der Schwerpunkt auf der Verringerung der Kohlenstoffemissionen und des Energieverbrauchs liegt. Das Thema ist brandaktuell, das Konzept innovativ, dennoch setzen Unternehmen es nur schleppend um.

Unsere Abhängigkeit von KI-Technologien und Software zur Automatisierung von Geschäftsprozessen verbraucht in bedenklichem Ausmaß Energie. Derzeit verursacht der Technologie- und Telekommunikationssektor schätzungsweise 5% der weltweiten CO2-Emissionen, doch wie Forbes hier feststellt, wird diese Zahl bis 2040 voraussichtlich auf bis zu 14% ansteigen.

Die Bedeutung von Green IT


Green IT kann die von uns verursachten Kohlenstoffemissionen erheblich reduzieren. Durch die Einführung nachhaltiger IT-Praktiken und den Einsatz energieeffizienter Hardware und erneuerbarer Energiequellen können Unternehmen ihre Umweltbilanz verbessern und gleichzeitig Geld bei den Energiekosten sparen. Doch die Zeit drängt:
  • Im Jahr 2021 wurden 57,4 Mio. Tonnen Elektroschrott erzeugt, wobei die Gesamtmenge um durchschnittlich 2 Mio. Tonnen pro Jahr zunimmt. Quelle: The Roundup.org
  • Auf die Rechenzentrumsbranche entfallen rund 4% des weltweiten Stromverbrauchs und 1% der weltweiten Treibhausgasemissionen. Quelle: Engie
  • Emissionen aus dem Cloud Computing liegen zwischen 5% und 3,7% aller globalen Treibhausgasemissionen und übersteigen damit die Emissionen aus dem kommerziellen Flugverkehr (ca. 2,4%) Quelle: The ShiftProject
  • Auf das Internet entfallen 10% des weltweiten Strombedarfs und da immer mehr Menschen auf der ganzen Welt Zugang zum Internet haben, wird dieser Anteil bis 2030 auf bis zu 20% ansteigen. Quelle: OVO energy
  • Die Entwicklung des Online-Handels in den nächsten 5-10 Jahren könnte zu einem massiven Anstieg der Kohlendioxidemissionen führen und den Netto-Null-Kurs aufgrund eines fehlerhaften Modells, das auf der Verlagerung von offline zu online beruht, zunichtemachen. Quelle: WEForum
  • Telearbeit wirkt auf den ersten Blick wie eine umweltfreundlichere Alternative, bis man neue Büroausstattung, persönliche Heizkosten, Internet, Strom usw. in Betracht zieht. Es bedarf noch viel Aufklärungsarbeit, bis wir die Kohlenstoffemissionen insgesamt niedriger halten als bei der Arbeit in gemeinsam genutzten Büros unserer Unternehmen.

 

Was sind die Vorteile von Green IT?


Die ökologisch nachhaltigere Ausrichtung ist natürlich ein großer Vorteil von Green IT. Dazu kommen Kosteneinsparungen, Wettbewerbsvorteile und die bessere Einhaltung von Vorschriften, die Unternehmen durch die Umsetzung von Green IT-Strategien erzielen können.

Kosteneinsparungen

Kosten sparen ist einer der wichtigsten Vorteile von Green IT für Unternehmen. Durch die Einführung energieeffizienter Hardware und den Einsatz von Virtualisierungs-Technologien können Unternehmen ihren Energieverbrauch senken und Geld bei den Stromkosten sparen. Laut VMware kann die Virtualisierung die Anzahl der erforderlichen physischen Server reduzieren und den Energieverbrauch um bis zu 80% senken. Darüber hinaus können Unternehmen durch die Verringerung des Papierverbrauchs und die Einführung digitaler Dokumentenmanagementsysteme Geld für Druck- und Papierkosten einsparen. Insgesamt kann Green IT Unternehmen helfen, ihre Betriebskosten zu senken und ihren Gewinn zu steigern.

Wettbewerbsvorteil

Unternehmen, die grüne IT-Praktiken anwenden, können sich Wettbewerbsvorteile verschaffen. Verbraucher werden immer umweltbewusster und sind eher bereit, mit Unternehmen Geschäfte zu tätigen, die Wert auf Nachhaltigkeit legen. Nach Angaben von The Economist Intelligence Unit ist die Online-Suche nach nachhaltigen Produkten in den letzten fünf Jahren weltweit um 71% gestiegen. Indem Sie die grünen Initiativen Ihres Unternehmens hervorheben und nachhaltige IT-Praktiken einführen, können Sie umweltbewusste Kunden anziehen und sich einen klaren Wettbewerbsvorteil in Ihrer Branche sichern.

Einhaltung von Vorschriften

Nicht zuletzt können Unternehmen, die umweltfreundliche IT-Praktiken anwenden, die Einhaltung von Umweltvorschriften sicherstellen. Viele Regierungen auf der ganzen Welt führen Vorschriften zur Verringerung der Kohlenstoffemissionen und zur Förderung der ökologischen Nachhaltigkeit ein. So wurden beispielsweise im Jahr 2022 mehr als 30 britische Unternehmen von der Umweltbehörde im Rahmen der Bemühungen um eine Verringerung der Treibhausgasemissionen mit Geldbußen belegt. Durch die Einführung grüner IT-Praktiken können Unternehmen diese Vorschriften einhalten und Bußgelder und Strafen für die Nichteinhaltung vermeiden.


Die Vorteile liegen auf der Hand und die Bedeutung ist klar. Wie können Sie also mit Ihrer Green-IT-Strategie loslegen?

 

Die besten Maßnahmen für die Implementierung von Green IT in Ihrem Unternehmen


Verwenden Sie energieeffiziente Hardware: Wählen Sie Hardware mit Umweltzertifizierungen wie dem Blauen Engel, ENERGY STAR® oder solche, die stromsparende Komponenten verwenden, um den Energieverbrauch zu senken.

Virtualisieren Sie Ihre IT-Infrastruktur: Die Virtualisierungs-Technologie ermöglicht es Unternehmen, mehrere Server als virtuelle Maschinen (VMs) zu konsolidieren und die Anzahl der erforderlichen physischen Server zu reduzieren, was letztlich zu einer Senkung des Energieverbrauchs führt.

Nutzen Sie nachhaltige Software: Wählen Sie Anbieter, die Wert auf ökologische Nachhaltigkeit legen. Halten Sie sich über einige der neuesten Initiativen auf dem Laufenden, die effizientere und kohlenstoffreduzierende Lösungen fördern, z. B. die Software Carbon Intensity (SCI) Specification.

Setzen Sie auf erneuerbare Energiequellen: Erwägen Sie die Nutzung erneuerbarer Energiequellen wie Solar- oder Windenergie für die Stromversorgung Ihrer IT-Infrastruktur.

Reduzieren Sie den Papierverbrauch: Führen Sie digitale Dokumentenverwaltungssysteme ein und ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter, elektronische Kommunikation anstelle von Papier zu nutzen.

Recyceln Sie Elektroschrott: Führen Sie Programme zum Recycling von Elektroschrott ein, um die Umweltbelastung durch ausrangierte IT-Geräte zu verringern. Wenn es wirklich keine Verwendung mehr für das jeweilige Gerät gibt, so lassen sich zumindest die Batterien und elektronischen Komponenten recyceln.

Transparenz ist entscheidend für Green IT


Um Ihre Green-IT-Initiativen zu verwirklichen, beziehen Sie das gesamte Unternehmen ein und sammeln Detailinformationen aus jedem Bereich des Unternehmens, um sicherzustellen, dass die Informationen korrekt sind und Sie volle Transparenz haben. Bei Serviceware bieten wir eine CO2-Analyse für Unternehmen an, um diesen Prozess einfach, digitalisiert und präzise zu gestalten.


Ist es also zu spät für Green IT? Auf keinen Fall. Um die CO2-Emissionen erheblich zu senken, müssen wir jedoch alle unseren Beitrag leisten. Technologiedienste und -anbieter müssen das Thema Nachhaltigkeit ganz oben auf die Tagesordnung setzen und alles in ihrer Macht Stehende tun, um nachhaltigere Lösungen für die Nutzer zu implementieren und den Markt aufzuklären. Nutzer müssen clever einkaufen und nur solche IT-Lösungen nutzen, die mit ihren Umweltzielen vereinbar sind und die Green-IT-Zertifizierungen erfüllen. 


Durch die Einführung nachhaltiger IT-Praktiken können wir alle gemeinsam einen positiven Beitrag leisten.


Noch mehr zum Thema Green IT gibt's in unserem Webinar:

 

Green IT und Nachhaltigkeit – wie Sie Ihre Fortschritte steuern, analysieren und bewerten

Adam Binding

Geschrieben von Adam Binding

Adam Binding, Head of International Marketing: Marketing Leader, Problemlöser, Autor


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