Innovation als Gratwanderung: Zwischen Kostensenkung und Cloud-Investition

Die Finanzdienstleistungsbranche hat in den letzten Jahren einen drastischen, technologiegetriebenen Wandel erlebt. Schon vor der Corona-Pandemie stand die Branche unter zunehmendem Druck, mit den sich schnell entwickelnden Kundenerwartungen, digital versierten Herausforderern und dem Bedarf an strengeren Vorschriften und Sicherheit Schritt zu halten. Die letzten Monate haben jedoch für viele Unternehmen gewirkt wie der dringend benötigte Treibstoff für den Innovationsmotor.

Tatsächlich zeigen die Ergebnisse einer McKinsey-Umfrage, dass das digitale Engagement der europäischen Kunden seit Beginn der Pandemie um 20 Prozent gestiegen ist. Dies hat dazu geführt, dass Finanzinstitute und Banken ihre aktuellen Angebote zügig digitalisieren. Die digitale Transformation in der Branche hat einen klaren Wendepunkt erreicht – wer jetzt nicht in eine digitale Zukunft investiert, wird den Anschluss verlieren.

Während der Wettlauf in eine innovativere und kundenorientiertere Zukunft bereits begonnen hat, müssen sich viele Finanzorganisationen noch von den Auswirkungen der Pandemie erholen. Und angesichts weiterer wirtschaftlicher Turbulenzen am Horizont ist es von entscheidender Bedeutung, dass Finanzdienstleistungsunternehmen strategische Maßnahmen zur Kostensenkung ergreifen. Nicht nur, um die Auswirkungen der kurzfristigen Pandemiefolgen abzumildern, sondern vor allem, um sich langfristig zu erholen und erfolgreich zu sein.

Viele Unternehmen setzen auf die Reduzierung der Mitarbeiterzahl als Mittel zur Freisetzung von Liquidität – eine realistische Option ist das allerdings nicht. Die Mitarbeiter sind das wertvollste Kapital einer Organisation und es werden letztlich diese Mitarbeiter sein, die gebraucht werden, um wieder aufzubauen, was während der Pandemie verloren gegangen ist. Stattdessen sollten Finanzorganisationen analysieren, wo Effizienzsteigerungen bei anderen Kosten und Ausgaben möglich sind.

Die Balance zwischen Kosten und Innovation finden

Die Cloud ist ein Innovationsbereich, der ein enormes Potenzial für den Finanzsektor birgt und der bei effektiver Nutzung erhebliche Kosteneinsparungen ermöglichen kann. Während viele Finanzinstitute bereits Cloud-basierte Software für Geschäftsprozesse wie Kundenbeziehungsmanagement, Personalwesen und Finanzbuchhaltung nutzen, sind die Möglichkeiten der Cloud für Kernaktivitäten wie Verbraucherzahlungen, Kreditwürdigkeitsprüfung, Kontoauszüge und Rechnungsstellung endlos. Tatsächlich hat Deloitte Global von 2016 bis 2018 eine Verdreifachung der Anzahl an Finanzunternehmen festgestellt, welche die Cloud zur Förderung von Innovationen einsetzen.

„Cloud-basierte Dienste können die internen Kosten senken und das Unternehmenswachstum optimieren, da sie eine wesentlich skalierbarere und zuverlässigere IT-Infrastruktur bieten, die speziell auf die Optimierung der Leistung und die Unterstützung von Entwicklung und Expansion ausgerichtet ist.“

Die Cloud-Technologie bietet Finanzinstituten die Möglichkeit, ihre Dienstleistungen kontinuierlich zu verfeinern und zu verbessern. Sie können entsprechend der sich ändernden Kundennachfrage und den geschäftlichen Anforderungen eingreifen und gleichzeitig auswerten, welche Angebote viel genutzt werden und wie viel ausgegeben wird. Für viele Organisationen bietet die Cloud zudem die Möglichkeit, ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis zu erzielen, da Unternehmen nur für das bezahlen, was auch genutzt wird.

Da die Cloud mittlerweile als digitales Rückgrat vieler Finanzunternehmen gilt, werden sich die Cloud-Lösungen künftig weiterentwickeln. Mit diesem Wandel geht jedoch eine zunehmende Komplexität einher – sowohl in Bezug auf die verfügbaren Dienste als auch auf die Vielfalt der Betriebsmodelle. Daher ist es unerlässlich, dass Finanzinstitute über die richtigen Tools verfügen, um die Cloud-Ausgaben (im Durchschnitt 23 Prozent der IT-Ausgaben) kontinuierlich, in Echtzeit und mit Genauigkeit zu überwachen und zu analysieren. Damit schaffen Unternehmen ideale Voraussetzungen für effektives Wachstum.

 

Ein ganzheitlicher Ansatz zur Reduzierung von Altlasten

In der heutigen Wirtschaftslage ist die Optimierung von Budgets eine absolute Notwendigkeit; allerdings funktionieren die traditionellen Methoden zur Verwaltung von IT-Ausgaben nicht wirklich. Stattdessen ist ein vollständiger Überblick über die gesamte Organisation erforderlich. Zuverlässige Finanzmanagement-Tools ermöglichen die richtige Verwaltung von Cloud-Kosten und versetzen die Finanzbranche in die Lage, Cloud-Ausgaben wirklich zu verstehen und zu bewerten. Durch die Erfassung von Betriebs-, Projekt- und Lieferantenkostendaten in Echtzeit sind Finanzinstitute gut gerüstet, um faktenbasierte Entscheidungen zur Kostensenkung zu treffen – sowohl jetzt als auch in Zukunft. Aus unserer Erfahrung heraus haben wir gesehen, dass unsere Kunden ihre laufenden Kosten problemlos um 5 Prozent senken und diese Ressourcen attraktiveren und geschäftsfördernden Wachstumsinitiativen neu zuweisen konnten.

Angesichts dieser Veränderungen sollten Finanzunternehmen jetzt die Tools nutzen, die es ihnen ermöglichen, die Implementierungs- und Betriebskosten von Technologien zur Stabilisierung des Geschäfts zu bewerten – einschließlich Cloud, On-Premise und sogar Schatten-IT. Während in der Theorie alle Software und IT-Assets innerhalb eines Unternehmens einer zentralen IT-Abteilung unterstellt sein sollten, die dem CIO den ultimativen Überblick verschafft, sieht die Realität oft ganz anders aus. Die Schatten-IT, die zum Teil durch die Zunahme von Bring-your-own-device und Remote-Arbeitsplätzen entstanden ist, hat einen rasanten Anstieg erlebt und macht laut Gartner mittlerweile 30-40 Prozent der IT-Ausgaben in großen Unternehmen aus. Dies bereitet den Verantwortlichen für Technik, Sicherheit und Compliance ständig Kopfzerbrechen. Denn sie benötigen Transparenz über alle Anwendungen hinweg, um das Verhältnis von Kosten und Nutzen zu gewährleisten – ganz zu schweigen von der Sicherheit.

Da der Wettbewerb innerhalb der Branche weiter zunimmt, ist es von entscheidender Bedeutung, dass Finanzinstitute Budget für Reinvestitionen in digitale Wachstumsinitiativen freimachen. Eine transparente Sicht auf die Kosten im Verhältnis zum generierten Geschäftswert zu erhalten, ist dabei unabdingbar. In einigen Fällen können Cloud-Dienste die beste Lösung sein, während in anderen Fällen interne Legacy-Systeme das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Hier ist eine integrierte, leistungsstarke und vor allem flexible Lösung gefragt – um einen ganzheitlichen Überblick über die Geschäftsausgaben zu schaffen, auf dessen Basis Entscheidungen (über Kosten, Prozesse, Abläufe und mehr) getroffen werden können. Finanzinstitute, die eine ganzheitliche Sicht auf ihr gesamtes IT-Portfolio haben, können in diesem Jahr und darüber hinaus die Kontrolle über ihre laufenden Kosten zurückgewinnen und ihre Budgets auf zukünftige Innovationen ausrichten.

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Tom Schröder

Geschrieben von Tom Schröder

Tom Schröder, Director International Business im Bereich Financial Management bei Serviceware, ist ein erfahrener IT Business Director mit jahrelanger Expertise in unterschiedlichen Disziplinen der Software-Industrie. Zu seinen Fachgebieten zählen Enterprise Service Management, IT Financial Management sowie Strategic Business Planning.


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