Die CMDB: Erfolgsfaktoren und Toptrends für 2022

Welche Erfolge zeigen sich nach der Einführung einer Configuration Management Database (CMDB)? Was ist wichtig für die Zukunft? André Jung blickt auf den Stand der Dinge in Sachen CMDB.

Inhalt:

Erfolgsmodell CMDB

Die Nutzung einer CMDB ist seit Jahren Standard in modernen IT-Abteilungen. Heute stellt niemand mehr in Frage, dass die CMDB ein wichtiges Element im Asset Management ist. Die Einführung der Systeme hat in den meisten Unternehmen einiges an Aufwand, Zeit und Ressourcen gekostet. Doch ist das geeignete Modell einmal gefunden und etabliert, wird die die CMDB zum Grundstein für Kundenservices, für stabile, performante und verfügbare IT-Systeme und Anwendungen sowie für eine sauber dokumentierte und transparent kontrollierbare IT-Infrastruktur.

Was bringt die CMDB im IT Service Management?

    1. Die wesentlichen Support-Prozesse, das Incident und das Problem Management stellen sich dank CMDB effizienter auf. Die Kundenzufriedenheit wächst messbar.
    2. Produktivitätsfortschritte erleben auch das Availability und das Change Management. Insbesondere eine grafische Darstellung der Relationen – der Abhängigkeiten servicekritischer IT-Komponenten in der CMDB voneinander – bringt einen enormen Mehrwert.
    3. Die Anzahl der Fallbacks bei Change Requests sowie das Volumen kritischer Incidents, die durch Changes verursacht werden, sinken.
    4. In vielen Unternehmen bietet die CMDB inzwischen auch Daten für das Asset Management
    5. Die Kennzahlen für die Verfügbarkeit von IT-Diensten auf allen Ebenen werden transparent und verbessern sich mit Nutzung der CMDB fortlaufend.

Entscheidend für den Erfolg ist das passende Design des CMDB-Modells. Die Relationen der Objekte in der CMDB im Zusammenhang mit dem Serviceportfolio, ihrer Kritikalität und ihren Abhängigkeiten sollten im Vordergrund stehen. Die regelmäßige Inventarisierung aller Elemente in der internen IT-Infrastruktur über Discovery-Funktionen und die Template-basierte Integration externer Infrastrukturen ermöglichen ein realitätsnahes Abbild.

Auf der Basis des Erreichten stellen sich IT-Verantwortliche heute neue Fragen:

  • Wohin geht der Weg des Configuration Management Systems (CMS) und der CMDB?
  • Welcher konkrete Nutzen jenseits der bereits erreichten Mehrwerte kann künftig in der Praxis generiert werden?
  • Welche strategischen Prozesse wie zum Beispiel das IT Security Management und das Business Service Management können noch von der zentralen CMDB profitieren?
Dabei rücken zwei Treiber besonders in den Vordergrund: Das IT Financial Management und das Security Management. Auf der Seite der Support-Prozesse sind nachhaltige Qualitäts- und Effizienzsteigerungen nachweisbar, die Kostensenkungen lassen sich hingegen nicht klar festmachen. Der Kostendruck treibt heute viele Innovation an und verlangt nach transparenten Servicekosten sowohl für die Bereitstellung der internen Services als auch für die immer stärker genutzten externen Infrastruktur-Services. Allen anderen voran stehen die verschiedenen Cloud-Dienste für Applikationen, Infrastruktur und die IT Security Services.

 


Die Rolle der CMDB im ITSM

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Wie ergänzen sich Security, Datenschutz, Datenintegrität und das Configuration Management?

Eine Entwicklung, die unaufhaltsam die strategische Gesamtausrichtung der digitalen Transformation, die Service-Architektur und damit zwangsläufig auch die IT-Managementsysteme inklusive des CMS beeinflusst, ist die Frage nach der Sicherheit, dem Schutz und der Integrität aller im Unternehmen genutzten Daten, Informationen und Services.

Die Zahl der Angriffe auf die IT von Unternehmen ist in den vergangenen Jahren stets gestiegen. Die Schäden für das Geschäft und die öffentliche Wahrnehmung der betroffenen Firmen steigen ebenso. Das hat zu einer Verschiebung von Prioritäten geführt: Um die Compliance des gesamten Unternehmens zu gewährleisten, sind Fragen der Security und des Datenschutzes strategisch sehr hoch angesiedelt. Und ein erstklassiges Sicherheitskonzept ist die Basis für die digitale Transformation.

Vorausschau und Planungsfähigkeit können helfen, kostspielige Fehlentscheidungen und gefährliche Sicherheitslücken auf dem Weg der digitalen Transformation zu vermeiden. Hierfür benötigt die IT ein umfassendes, tiefes Verständnis für die Daten und Informationen und deren Verknüpfungen in der zentralen CMDB.

Die CMDB kann eine wichtige neue Aufgabe erfüllen, indem sie die Daten bereitstellt, die ein vorausschauendes Security Management unterstützen. Im Fokus der CMDB ist damit nicht mehr die Abbildung von rein technischen Configuration Items (CIs) und deren Attributen. Stattdessen sollen Metainformationen anderer Art aus der CMDB gewonnen werden.

Daten, die dabei helfen Fragen wie diese zu beantworten:

  • Wann stehen Migrationen auf neuere Versionen an und welche Kosten entstehen dabei?
  • Werden in der eigenen Infrastruktur oder in virtuell integrierten Cloud Services bereits veraltete Versionen von Firmware, Betriebssystemen, Anwendungen oder Schnittstellen verwendet?
  • Wie erkennt und bewertet man Risiko-Szenarien, die aus veralteter Software und bekannten oder neu entdeckten Schwachstellen entstehen?
  • Geht das interne Patch-Management konform mit dem der Partner und Dienstleister, mit denen Integrationen und unternehmensübergreifende Workflows bestehen?
  • Welche Anwendungen können rationalisiert oder durch bessere Alternativen ersetzt werden?
  • Zu welchem Zeitpunkt sollten geschäftskritische Anwendungen nicht mehr unterstützt werden?
  • Wie unterstützen Anwendungen die kritischen Business Services, wie z.B. Customer-Relationship-Management (CRM), Produktionssteuerung und Wartungsplanung oder das ERP und mit welchen Effekten ist zu rechnen, wenn diese Anwendungen oder deren IoT-Sensorik in die Cloud migriert werden?
  • Welche Erkenntnisse und Entscheidungshilfen lassen sich durch Modellierungen neuer Anwendungen und Business Services gewinnen?
  • Welche datenbasierten Abhängigkeiten bestehen zwischen den geschäftskritischen Applikationen und wie wirken sich inkonsistent oder korrupt übermittelte Datensätze auf die Geschäftsfähigkeit aus?

Der Aufwand, diese wichtigen Fragen mit Hilfe etablierter Managementsysteme – einschließlich der traditionellen CMDB – zu beantworten, ist heute enorm.

Ein Weg zu Antworten ist die Weiterentwicklung der CMDB hin zu einer Voraussage-Plattform, die nicht allein dem Status quo dient, sondern Modellierungen von zukünftigen Architekturen und Migrationswegen unterstützt und gleichzeitig Risikoprognosen für alternative Vorgehensweisen erstellt.

Die Rolle der CMDB im ITSM

Bild: Die CMDB als Kern eines strategischen Data & Analytics Frameworks

CMDB im Wandel: Vom technologiezentrierten Abbild zur datengesteuerten Strategie

Das Ziel einer Plattform für datengetriebene Entscheidungen stellt die IT vor die klassische Aufgabe, aus Daten Informationen zu gewinnen und aus Informationen Wissen und Erkenntnisse zu generieren. Die Stützpfeiler auf diesem Weg sind das Mapping der wesentlichen Datenquellen im sinnvollen Zusammenhang zu den Prozessen, den IT-Services und zu den Business Services. Der Blick umfasst dabei alle Ebenen der Infrastruktur – von der Firmware der Netzwerkswitche über die Server Plattformen bis hin zu den APIs der Cloud Services, deren Konfiguration, Leistung und Nutzungsgrad. Der Anspruch ist dabei die Schaffung einer neuen, abstrakten, aber reproduzierbaren und validierbaren Erkenntnisebene. Ein Ziel, das einerseits die bereits gereifte und stets aktuelle CMDB voraussetzt, andererseits mit Hilfe eines KI-gestützten Expertensystems erreicht werden kann. Diese Anforderung ist nicht zu unterschätzen, insbesondere, weil der Erfolg nicht allein mit technischen Änderungen zu erreichen ist.

Erfolgreiche Projekte berücksichtigen folgende Komponenten:

  • die Entwicklung einer Daten- und Analysestrategie auf der Grundlage der CMDB und anderer Daten- und Informationsquellen
  • die Einführung eines Daten- und Informationsmanagement-Programms als Expertensystem mit Knowledge-Graphen, die helfen komplexe Entscheidungsprozesse vorzubereiten und belastbare Grundlagen zu visualisieren

Nicht zuletzt sollte eine datengesteuerte Kultur im Unternehmen etabliert werden, gefördert z.B. durch eine neue Führungsposition: den Chief Data Officer (CDO). Das bietet ein Umfeld, in dem alle Beteiligten zum Ganzen beitragen und gemeinsam den Übergang von einer technologiezentrierten zu einer datengesteuerten Strategie meistern.

Das Ergebnis: Die CMDB als Informationsquelle für neue Nutzergruppen

Mit der neuen Rolle der CMDB erweitert sich der typische Nutzerkreis. Sind es bisher die Menschen, die in und mit den Support-Prozessen arbeiten – Service-Desk-Agenten, Change- und Release-Manager, Problem-Manager, Process-Owner, Auditoren usw. – sollen bald auch die KollegInnen dazugehören, die Verantwortung tragen für Business Services und deren Weiterentwicklung.

Dazu zählen:

  • das Enterprise und Service-Strategie & Architektur-Team
  • das Business Service Management
  • das Financial Management
  • der Einkauf und das Supply-Chain- und Vendor-Management
  • das IT-Security-Team
  • und – mit neuen Zielen – die Service-Teams und der operative Betrieb

Diese Gruppen können das erweiterte CMS für eine Data & Analytics fundierte Geschäftsstrategie nutzen.

 

André Jung

Geschrieben von André Jung

André Jung hat in mehr als 30 Jahren in der IT-Wirtschaft vielfältige Erfahrungen gesammelt im Umgang mit Menschen – in Führungspositionen, im Vertrieb und in Professional Services. Den Bereich Customer Service Management hat er über zwei Jahrzehnte für Orange Business Services in Deutschland, Österreich und Osteuropa verantwortet. Seine Expertise, Gedanken und Standpunkte zum Thema IT Service Management und ITSM-Tools bringt er heute mit Begeisterung in Fachartikel und Videos ein - wenn er nicht gerade als Motorrad-Sicherheitstrainer oder Orchestermusiker unterwegs ist.


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